Samstag, 2. Dezember 2017

Schatzsuche

Gestern habe ich mich wieder mal ins Getümmel gestürzt und die Gladiolen-Zwiebeln aus dem Null-Euro-Beet ausgehoben, bevor der Frost nächste Woche so richtig zubeißt. Eigentlich wollte ich auch eine Dahlie mit einsammeln, die ich vor ein paar Wochen noch gesehen hatte. Nun war sie allerdings spurlos verschwunden, so sehr ich auch gesucht habe.

Die Gladiolen sind schwieriger zu übersehen, da sie mit ihrem schwertförmigen Laub wie ein Ausrufezeichen im Beet stehen und damit den Weg zur Zwiebel weisen.





Meine Lieblingsmethode zum Bergen der Überwinterungsorgane ist folgende: Blätter orten, unten am Stiel fest zupacken und sanft, aber beherzt dran ziehen. Klappt in der Hälfte der Fälle auch ganz gut. In der anderen Hälfte gibt es einen Ruck und man steht nur mit dem grünen Teil in der Hand da. Peinlich. Hoffentlich hat das keiner gesehen - und auch nicht, dass mir dabei schon wieder ein Zweig von einem Strauch mit Schmackes ins Gesicht geschlagen ist.

Nun muss die Schaufel ran. Stelle merken und buddeln also. Doch wo war denn nun das Loch gleich noch, wo die Blätter aus dem Boden kamen? Wie schwer kann das sein, es wiederzufinden? Schwer genug, im dichten Bewuchs schaffe ich es regelmäßig, das Fleckchen zum Graben nicht mehr zu entdecken. Noch peinlicher.

Habe ich die Stelle dann doch gefunden, heißt das noch lange nicht, dass die Zwiebel auch darunter ist. Mehrmals habe ich weiträumig in Richtung China gegraben, ohne auch nur die winzigste Gladiole aufzuspüren. Dann halt nicht, wird eben im Boden überwintert. Und so schwindet der Vorrat an Zwiebeln von Jahr zu Jahr, obwohl die Pflanzen sich alle Mühe geben, die Verluste durch Tochterzwiebeln wieder auszugleichen - die man spätestens im nächsten Herbst dann erst recht nicht wiederfindet...




Zur Sicherheit habe ich dann auch noch am Laub einer Iris gezogen. Da sie aber wirklich keine Gladiole war, hat sie Widerstand geleistet und wollte ihr Laub lieber nicht hergeben. Da habe ich den Irrtum dann doch gemerkt.


Da der Eimer mit den gehobenen Schätzen leider noch weniger gefüllt ist als im letzten Jahr, sind mir Zweifel gekommen, ob die Idee, die Zwiebeln bunt im Beet zu verteilen, wirklich so gut ist. Vielleicht sollte ich sie konzentrierter Pflanzen, zum Beispiel vor dem Pflaumenbaum, wo der Rasen sich sowieso immer weiter zurückzieht.

Aber die Entscheidung hat ja noch Zeit. Jetzt hocken die Gladiolen erstmal in Zeitungspapier eingewickelt in einem kuschligen Karton auf dem nicht so kuschligen Dachboden. Bis ich dann im Frühjahr wieder zum Gladiolen-Gladiator werde und die Bande erneut einpflanze...

Kommentare:

  1. Hahaha, liebe Elke, mir gings genauso! :-) Habe wirklich viele Gladiolen so aus der Erde ziehen können und bei manchen... *knack*, war der Hals ab. Dann ging die Buddelei los. Bei mir waren es danach auch weniger als ich vorher eingesetzt habe. ;-)
    Ich bin eigentlich nicht so ein Fan von Gladiolen im Garten, die fallen um und stehen krumm und schief in den Beeten. Sie gefallen mir besser in der Vase.
    Deshalb habe ich mir gedacht, dass ich sie nächstes Jahr in Kübel setze und die dann so überwintere. Meinst Du das klappt?

    Viele Grüße zum 1. Advent
    Daniela

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    1. Hallo Daniela,
      bei Dahlien geht das ganz prima, bei Gladiolen sicher auch. Du kannst aber auch einfach den Kübel im Herbst auskippen und die Zwiebeln einsammeln, die überwintern trocken viiiieeeel besser als Dahlienknollen.
      VG
      Elke

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    2. Auch eine tolle Idee! Probiere ich nächstes Jahr aus. :-)

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  2. liebe Elke,
    in richtung China * prima deine gartenarbeit mit humour zu erledigen * mir scheint dass die kälte immer plötzlich kommt, obwohl im dezember es ja gewöhnlich kalt ist ! und die "bulbes" der gladiole lasse ich wieder in der erde, voriges jahr war es nicht sehr kalt * hoffe es klappt wieder * muss noch eine menge blätter und äste darüber machen * hätte es fast vergessen.
    schöner 1. advent !

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  3. Liebe Elke, das hast Du jetzt aber perfekt beschrieben. Genial! Mir ist es auch schon so oft so gegangen mit den Blumenzwiebeln. Inzwischen habe ich es aufgegeben alle zu suchen :)

    LG Kathrin

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  4. Ich bin ja eine faule Gärtnerin. Bei mir kommt nur in die Erde, was auch bleiben kann! Aus- und Einbuddeln ist nicht so meines. Die Zwiebelblumen, die ich unter den Sträuchern gepflanzt habe dürfen in aller Ruhe verwildern und bilden hoffentlich bald schöne, bunte Teppiche im Frühling.
    Viele Grüße von Margit

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  5. Da mein Gedächtnis bezüglich der Standorte der Blumen nicht so toll ist, habe ich es mittlerweile aufgegeben, Zwiebeln zu pflanzen, die ich wieder ausgraben muss. Zwar schade, dass ich mich dann über einige Blumen nicht erfreuen kann, doch das Schatzsuchen im Herbst ist nicht so meine Sache. Dafür dürfen sich alle anderen Blumen im Garten ausbreiten.
    Liebe Grüße
    Marie

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  6. Liebe Elke,
    das hast du wieder mal schön beschrieben ;-)... Schatzsuche ist so gar nicht meins, daher erfreu ich mich lieber an die Blüten in anderen Gärten. :-))
    Einen schönen ersten Advent - lieben Gruß, Marita

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  7. Puh...nun ist es aber schon fast zu kalt für Gartenarbeit? Habt ihr noch keinen Frost?
    Liebe Adventsgrüße!

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    1. Frost hatten wir noch nicht. Die Kapuzinerkresse lebt auch noch.
      VG
      Elke

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  8. Ach, ich denke, verteilt im Beet sehen die doch viel schöner aus. Also lieber die Verluste in Kauf nehmen. Da es bei euch grundsätzlich etwas milder zu sein scheint, funktioniert vielleicht auch die Überwinterungsmethode. Wir hatten diese Woche schon Schnee und Dauerfrost und ich mache mir mal wieder Sorgen um meine Schnecken im Mini-Teich....;-)
    Einen schönen 1. Advent,
    Liebe Grüße, Sigrun

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  9. Hallo Elke,
    die Dahlie könnte es ja evtl bis zum Frühjahr überleben. Ich hatte auch schon mal eine vergessen und war sehr erstaunt als im Frühjahr ein Austrieb zu sehen war. Allerdings war es ein geschütztes Plätzchen.
    LG Dagmar

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  10. Was haben wir GärtnerInnen für ein Leben. Geprägt von Suchen und Buddeln, von Pflanzen und Verlieren, aber auch vom Glück des Vergessens und Wiederfindens. Es geht uns allen irgendwie gleich ... Vielleicht sollte man die Zwiebeln in Teichtöpfe geben und die Töpfe mit zwei Drähten nach oben in die Blickachse versehen. Im Herbst einfach an den Drähten packen und raus ist der ganze Topf mit Zwiebeln. Ich wünsche Dir eine schöne erste Adventwoche. LG Marion

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  11. Gladiolen-Gladiator- was für ein Bild :-)Wieder einmal herrlich. Den Moment, wo Dir etwas ins Gesicht fegt und Du hoffst, dass keiner es gesehen hat, den kenne ich auch. Hatte gerade die Regentonne leer machen wollen. So mit Schlauch ansaugen und so. Schwupp, hatte ich einen fiesen Schluck im Hals...Du weißt, was ich meine :-)
    Liebe Grüße
    Jo

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  12. Liebe Elke,
    ich kann mir schwer Deiner Verwandlung in einen Gladiolen-Gladiator vorstellen, aber gebe zu, dass ich selber gar keine Lust auf Zwiebeln im Herbst ausbuddeln und im Frühling wieder im Beete zu verteilen habe. Wie wäre es wenn Du im Frühling an einer Stelle diese Gladiolenzwiebeln steckst und im Herbst mit großen Zweigen zudeckst?
    Ich hoffe, dass Du beim Graben China noch nicht erreicht hast, sonst wird es dauern mit dem Post lesen ;)
    Sei lieb gegrüßt
    Loretta

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  13. Liebe Elke, schön, hier noch über ein Pflanzenthema zu lesen - mir ist gerade noch so gar nicht weihnachtlich zumute. Aber das Fest ist ja unausweichlich ;-)...
    Meine Dahlien sind zum Glück alle in Töpfen, so dass ich mich anstrengen müsste, sie nicht zu erwischen ;-): Leider waren dafür die Knollen (oder sagt man Zwiebeln?) ein bisschen sehr feucht, so dass ich sie vor zwei Wochen erstmal etwas vortrocknen musste, bevor es auf den Dachboden ging. Hoffe, es klappt alles und nächstes Jahr blühen sie aufs Neue...
    liebe Grüße
    Corinna

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  14. Liebe Elke, was für ein herzerfrischender Artikel, ich freue mich schon jetzt auf den Gladiolen-Gladiator :)) Herzliche Grüße, Carla

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  15. Das sind mir eigentlich die liebsten Frühjahrsblüher, die schon 'blättern', wenn man vielleicht gerade neue Zwiebeln an die gleiche Stelle setzen wollte...:-))
    LG Sigrun

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