Samstag, 8. Juli 2017

Gartenfrust statt Gartenlust?

Hat es nicht schon fast etwas Ketzerisches, wenn man dem Garten nicht nur Glücksmomente entlocken kann? Der Garten als Quell des Unheils statt der ungetrübten Freude? Unerhört! Sowas gibt es ja wohl nicht, in den Gartenzeitschriften sieht man ja auch nur lachende, hübsche Menschen, die voller Freude Dinge tun. Den Garten mit dem Schlauch von der Dürre befreien zum Beispiel. Oder Rasen mähen in makellosem Outfit, während man selbst gerade vor Hitze zu zerfließen droht. Nein, diesen Sommer bin ich etwas nörgelig mit dem Garten - ich bitte dies zu entschuldigen, das geht auch wieder weg.

Erst war da diese katastrophale Trockenzeit im Juni, die mich an den Rand des Wahnsinns getrieben hat und mehrmals am Tag quer durch's Haus mit der Gießkanne (die Regentonne steht im Vorgarten, die meisten notleidenden Pflanzen nicht). Dabei fiel schon negativ auf, dass zu allem Überfluss auch noch der Weinfass-Teich soff wie ein Loch, denn ein solches hatte er ganz offensichtlich. 40 nagelneue Liter Wasser aus der Regentonne waren in Null-Komma-Nix versackt. Den Phlox daneben hat's sichtlich gefreut.

Das wurde mir jetzt doch zu blöd. Meine armen Libellenlarven! Im Baumarkt fand sich kein passender Weinfass-Einsatz zum Abdichten, also haben wir aus lauter Verzweiflung so ein Fertigteichdingsbums mit Kunststoffeinsatz und Holzvertäfelung mitgenommen. Beim Leerräumen des Fasses traten auch sofort eklatante Mängel in Form von Fäulnis zutage. Als Teich war das nicht mehr zu gebrauchen. Die Libellenlarven (von einer Großlibelle, vielleicht Sympetrum) hatten sich vergraben, konnten aber gerettet werden, ebenso wie Hechtkraut und Schwanenblume.





Bepflanzen lässt sich das alte Fass aber bestimmt noch. Die Pflanzen richten sich hoffentlich demnächst mal wieder auf und freuen sich ihres neuen, feuchtfröhlichen Lebens...



Und während am Weinfass der Zahn der Zeit nagt, sind es an der Stachelbeere die Blattwespen. Da kann man schon mal die Motten kriegen, wenn man Hunderte von Larven abgesammelt hat und trotzdem kein einziges Blatt mehr dran ist. Denn wenn ich arbeiten muss, sind die Fresssäcke auch nicht untätig und machen Kahlfraß.






Wenigstens die Beeren fressen sie nicht, noch nicht mal in der Not. Stachelbeermarmelade ist also wie immer ein Projekt, das ich angehen kann - für schlechte Zeiten. Die kommen dann, wenn ich im Winter auf dem Sofa sitze und denke: Ach, was war er doch wieder schön. Der Sommer.

Kommentare:

  1. Was sind das für Tiere? Blattstecklinge so sah vergangenen Sommer mein Stachelbeer aus, hatte es wohl zu spät gemerkt, auch neemöl half nicht hts mehr, dachte der geht kaputt, weil er auch nichts neues mehr Austrieb. Und ich verstehe dich so gut, man muss auch nörgeln dürfen. Ja man muss Nörgeln, sonst die eigenen Texte im Blog ebenso unnatürlich, gestellt und unecht wie die Texte und vor allem! Die Fotos in den Magazinen. Garten ist nicht immer nur chillen und entspanntes Werkeln in sauberen in-Klamotten. Wünsche schönes Wochenende in der Hitze im Garten. Bei uns jedenfalls ist es Heiss und trocken ohne Regen, wie eh und je halt....liebe Grüße Achim

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  2. so viele stachelbeeren ! meine lieblingsfrucht * da mein strauch im frühling ausgetrocknet war, vielleicht wegen diese kleine wespenraupen ? kommt doch etwas gutes daraus : nehme mir mehr zeit für 2 kiwisträucher * kiwi hat für mich ein etwas ähnlicher geschmack * sie brauchen aber auch wasser und guten boden *!* ob endlich welche kommen, leider wieder keine blüten * vielleicht nächstes jahr ? und stachelbeere kaufe ich auf dem markt (sehr selten zu finden hier)
    für eine undichte holztonne hatte ich vor einige jahre ein passender metallbehälter bei Emaüs gefunden mit 2 Hänkel die darüber halten und und im wasser sind viele kleine wasserschneken und die vögel nehmen dort ein bad, und sie dient als "nurserie" für wasserpflanzen. heute nachmittag soll nach dem subtropikalische luft hier gewitter mit hagel kommen ... nah der sommer eine wunderschöne zeit ;)

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  3. Oh weia...da könnte frau schier ausrasten! Hauptsache, Du hast alles wieder im Griff! Bei uns sind es die vielen Mücken und Fliegen, die mich verzweifeln lassen....
    Trotzdem - ein schönes Wochenende!
    Lieben Gruß
    Sabine

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  4. Na, wenigstens hast du die Libellenlarven doch noch retten können....und auch das kleine Ersatzgefäß kannst du ja später einfach bepflanzen. Bei mir fehlen die Libellenlarven und so sind mal wieder Stechmückenlarven im Fassteich, die nur drauf warten, das Licht des Gartens zu erblicken...oder zum Schlafzimmerfenster hinein zu fliegen:-))
    LG Sigrun

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  5. Och.. wie schade, liebe Elke! Das alte Weinfass sieht so wunderbar dekorativ aus. Aber manchmal ist halt nix zu machen und ich bin mir sicher, die Libellenlarven fühlen sich auch in einem Fertigteich aus dem Baumarkt wohl ;)) Liebe Grüße vom linken Niederrhein, Nicole

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  6. Ich kämpfe mit Algen.... Aber lass das jetzt so und hoffen, die vielen Babywasserschnecken, die es dem Anschein nach bald geben wird - Kommen damit klar. Und sonst werde ich wohl im Herbst den Teich ausräumen. Livübelken habe ich hier wohl eher nicht....
    Ich mag das immer Lächeln und zufrieden sein nicht. Da stimmt was nicht....
    Herzlichst
    yase

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  7. Liebe Elke,
    so einen Weinfassteich hatten wir auch einmal. Ich habe den damals mit Teichfolie ausgekleidet, das ging ganz gut und hält dicht. Ich weiß, dass ein solches Fass auch so dicht wird, aber die Weinrückstände sind nicht so gut für eventuell sich ansiedelndes Leben, wie ich erfahren durfte, da ich den Teich zunächst ohne Folie realisiert habe.
    Ich wünsche Dir ein wundervolles Wochenende.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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    1. Teichfolie hatten wir beim ersten Holzkübel ausprobiert. Das war nicht einfach, die Falten oben so hinzukriegen und festzutackern, dass das Wasser nicht durch sie hindurchlief. Jeden Winter hat die Folie es geschafft, neue Falten zu bilden und der Kübel lief trocken. Am Ende war das Holz unter der Folie weggerottet.

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  8. Ojeee, der nackige Stachelbeerstrauch sieht ja nicht so klasse aus, aber wenigstens lassen sie dir noch die Beeren als Wintervorrat. Wir kämpfen hier grad gegen den Zünsler...ich denke, lange wird das mit meinen Hecken und Kugeln nicht mehr gutgehen. :-((
    Ein schönes Wochenende für dich, Marita

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  9. Oh weh, da jagt ja eine Katastrophe die nächste! Hat das Weinfass wirklich ein Loch oder ist es durch das trockene lagern vielleicht undicht geworden? Ich packe es über den Winter jetzt immer in Folie und schütze es so vor dem Austrocknen. Zum Teil hatten meine Fässer riesige Spalten, aus denen das Wasser nur so davon lief. Da hilft nur, das Fass wieder langsam an Wasser zu gewöhnen. Am besten wäre es ntürlich, wenn man es in einen Bach legen könnte!
    Deine Stachelbeeren sehen ja erbarmungswürdig aus! Aber so "kämpfen" wir wohl alle gegen irgendwelche Schädlinge oder sonstige Unannehmlichkeiten!
    Viele Grüße von
    Margit

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    1. Das Weinfass hat im nassen Zustand das Lecken angefangen. Beim Ausräumen sah man auch gleich den Grund: Der Boden war komplett morsch, da war nicht mehr viel zu machen.

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  10. Liebe Elke, bei meinen Tomaten machen sich wieder die Raupen der Gemüseeule breit. Diese fressen leider Blätter wie Früchte, selbst, wenn diese noch nicht reif sind. Auch sehr lästig.

    LG Kathrin

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  11. da möchte ich dich nicht drum beneiden, lege doch eine Teichfolie in und evt. um das schöne Fass,
    und die Raupen auf den Stachelbeeren sind ja irre bei Euch, das habe ich noch nie erlebt. Da bekäme ich auch Frust.
    Bei mir ist es gerade die Ackerwinde die sich im weißen Phlox verbreitet und der Ackerschachtelhalm im Hochbeet!
    Lg. Frauke
    Grüße von Frauke

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    1. liebe Elke , ich las eben erst die anderen Kommentare zur Teichfolie. Das ist ist ja auch nichts. Das Fass müßte außen trocken stehen wie ein Weinfass und umsonst wird es ja nicht mehr als Weinfass genutzt.
      Nimm es für Kräuter, die mögen es trocken!

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  12. Ach, meine Gute, bei dir sind es die Blattwespen und bei mir die Schnecken, die mich mitunter fast zur Verzweiflung treiben. Da kann ich nächtens mit Stirnlampe im Garten herumturnen und einsammeln was immer geht, und dennoch - keinen Dill! keine Möhren (doch 3 1/2)! kein Pflücksalat! kein Schnittsalat!!! Ich glaube, ich kaufe jetzt doch dieses Schneckenkorn - das auf Eisenbasis...aber auch dabei gibt es nicht unerhebliche Nachteile zu bedenken...
    Morgen in aller Frühe gehe ich jedenfalls wieder sammeln...
    Alles Liebe
    Heidi

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  13. Danke für diesen authentischen, wohltuenden post:-)! In meiner Gartenwelt herrschen dieses Jahr unumstritten die dicken Nacktschnecken, das Laub der Obstbäume ist quasi zerschossen und die geliebten Phloxe tragen an den Laubblättern ein Schwarzpunkt- Spiel aus... Trotzdem alles herrlich, alles Garten, was täten wir ohne all die Zipperlein? Es herrschte dann grässliche Langeweile und das Gefühl als Gärtner nicht gebraucht zu werden! Was gäbe es schlimmeres?!
    Ohne Frust auch keine Lust :-)
    liebe Grüße
    Corinna

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  14. Ach je, wir haben auch so ein Fass und hatten genau dasselbe Problem, als es so trocken war. Das Holz hat sich zusammengezogen und das Fass war nicht mehr dicht. Bei uns aber nicht ganz so schlimm, weil wir keinen Teich darin hatten, sondern es nur als Auffangbehälter und der Schwengelpumpe dient. Jetzt hat es so viel geregnet, dass das Holz wieder aufgequollen und das Fass dicht ist. So kann's gehen. :-D

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  15. Diese Larven habe ich heute auch an meinem Hochstämmchen entdeckt. Ich wunderte mich warum er keine Blätter mehr hat nur noch Beeren. Ich habe sie ersteinmal angesammelt und werde morgen nochmal schauen ob noch welche nachgekommen sind. Siehst ein bisschen kahl aus der gute ich hoffe nicht das er davon kaputt geht. Hatte ihn dieses Jahr erst gepflanzt.
    Lg Sylvia

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